Produkt 01 / Bahn · ETCS · ATO

RailGhost

Der Schatten über dem Gleis. RailGhost zeichnet auf, ohne den Betrieb zu berühren — und erzählt danach die Geschichte jeder Fahrt, Balise für Balise.

Vorstellung

Was RailGhost ist.

Züge sind keine Blackbox. Sie sind eine Bibliothek — nur schreibt niemand das Inhaltsverzeichnis. RailGhost baut dieses Verzeichnis. Die Suite hört passiv mit, was zwischen Fahrzeug, Balise und RBC passiert, synchronisiert die Datenströme und rekonstruiert daraus eine vollständige, nachvollziehbare Fahrt.

Der entscheidende Punkt: RailGhost greift nicht ein. Kein Schreibzugriff, keine Simulation im Live-Betrieb, kein Eingriff in die Sicherungstechnik. Es wird ausschließlich gelesen und analysiert — damit aus einem Audit kein Risiko wird.

Entwickelt wurde RailGhost in einem Projekt, in dem ein Fahrzeug sporadisch Zwangsbremsungen auslöste, die niemand reproduzieren konnte. Nach elf Monaten wurde das Projekt abgebrochen. Klaus hat es in vier Wochen zu Ende gebracht — mit einem Mitschnitt, den er elfmal wiederholte.

Passiver Mitschnitt

Mitschneiden von Balisen-Telegrammen, Eurobalise-/Loop-Signalen und RBC-Verkehr über standardisierte Schnittstellen. Kein Eingriff in die Sicherungstechnik.

Trace-Replay

Jede Fahrt wird als Zeitstrahl rekonstruiert: Position, Geschwindigkeit, Bremskurve, Betriebsmodus, Bedienhandlungen. Sekundengenau, wiederholbar.

Referenzvergleich

Vergleich gegen Referenzfahrten oder Solldaten. Abweichungen werden klassifiziert — nicht als Fehler gemeldet, sondern als Frage formuliert.

Balisen-Simulation

Offline-Simulation von Balisenfolgen und RBC-Szenarien zur Vorbereitung von Inbetriebnahmen und Schulungen. Ohne Sperrung der Strecke.

ATO-Analyse

Auswertung automatisierter Fahrbetriebe GoA2–GoA4: Übergaben, Störfallrückfälle, Eingriffe des Begleitpersonals, Abweichungen zur Fahrplanvorgabe.

Berichtsgenerator

Prüfberichte in Anlehnung an EN 50126/50128/50129, exportierbar als PDF, CSV oder als maschinenlesbares JSON für nachgelagerte Systeme.

Eingangsdaten
JRU / DRU, Balisen-Logs, RBC-Mitschnitte, Fahrzeug-Traces, GPS/ODO
Schnittstellen
Ethernet, RS-485, Digital-I/O, Dateiimport, optional OPC UA
Datenhaltung
lokal oder dediziertes Kundenrechenzentrum · EU
Speicherbedarf
ca. 40 MB pro Fahrstunde (unkomprimiert)
Systemvoraussetzungen
Linux x86_64 oder Windows Server 2019+, 8 GB RAM, 4 vCPU
Zertifizierungsnähe
RAMS-Artefakte nach EN 50126, Tool-Klassifizierung nach EN 50128 dokumentiert

Bedienungsanleitung

Von der Box
zum Befund.

Sechs Schritte. Die ersten vier davon können Sie an einem Vormittag erledigen — der Rest ist Rechnen.

  1. System aufsetzen

    RailGhost als Appliance im Fahrzeug oder als Server im Rechenzentrum installieren. Lizenzschlüssel einspielen, Netzsegment zuweisen. Das System startet im Nur-Lese-Modus; ein Schreibzugriff ist technisch nicht vorgesehen.

  2. Quellen verbinden

    Im Menü Quellen die Datenströme anlegen: JRU, Balisen-Logger, RBC-Mitschnitt, Fahrzeugbus. Jeder Quelle wird ein Zeitnormal zugeordnet. Ohne gemeinsames Zeitnormal verweigert RailGhost die Auswertung — absichtlich.

  3. Referenz definieren

    Eine Referenzfahrt auswählen oder manuell anlegen (Streckenprofil, Balisenfolge, zulässige Geschwindigkeiten). Alternativ eine Referenz aus dem Streckenkatalog importieren. Ohne Referenz gibt es keinen Vergleich — nur Rohdaten.

  4. Mitschnitt starten

    Mitschnitt aktivieren, Zeitraum benennen, Fallkennung vergeben. Der Mitschnitt läuft passiv mit. Ein Statusbanner zeigt dauerhaft, ob alle Quellen synchron sind — grün, gelb, rot.

  5. Auswerten

    Nach Fahrtende den Lauf in die Analyse geben. RailGhost rekonstruiert die Fahrt, gleicht sie mit der Referenz ab und erzeugt eine Abweichungsliste, sortiert nach Schwere und Reproduzierbarkeit. Jede Abweichung lässt sich im Replay anspringen.

  6. Bericht erzeugen

    Berichtsvorlage wählen (Audit, Inbetriebnahme, Störungsanalyse, Schulung), Umfang festlegen, exportieren. Der Bericht enthält immer den Datenherkunftsnachweis — welche Quelle, welcher Zeitraum, welche Lizenz.

Betrieb, Support, Updates

RailGhost wird als Jahreslizenz mit Wartungsvertrag ausgeliefert. Updates erscheinen quartalsweise, Sicherheitsupdates ad hoc. Support erfolgt in deutscher und englischer Sprache, Reaktionszeiten nach SLA (Standard: 8 Geschäftsstunden, kritisch: 2 Stunden). Für Air-Gapped-Installationen liefern wir Offline-Update-Pakete mit signierter Prüfsumme.

Schulungen: zweitägige Inbetriebnahmeschulung vor Ort oder remote, inklusive Zertifikat. Auf Wunsch mit Prüfbegleitung durch unser Team.

Produktspezifische Datenschutzerklärung

Datenschutz —
RailGhost

Stand: 01. November 2026 · Fassung 1.0

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